Sonntag, 7. Januar 2024

ausgelesen: Matthew Perry - Friends, Lovers, and the Big Terrible Thing

Schonungslos ehrlich und schockierend offen spricht Matthew Perry in seiner Autobiografie über seine Suchterkrankungen, den daraus resultierenden Krankenhausaufenthalten und (Not-) Operationen, die Zeit mit Stomabeutel, und über das Gefühl niemals gut genug zu sein, welches ihn einen Großteil seines Lebens begleitete und in all seinen Beziehungen eine Rolle spielte.

Natürlich spricht er auch über seine Rolle als Chandler Bing bei "Friends" und wie man an seinem Aussehen den Status seiner Sucht erkennen konnte (when i gained weight it's alcohol, when I'm skinny it's pills, when I have a goatie it's lots of pills), am Höhepunkt seiner Suchterkrankung nahm er 55 Tabletten OxyContin (ein stark wirkendes Opioid mit hohem Suchtpotential) pro Tag.
Er war über 60 mal in einer Entziehungsklinik und letztlich sogar süchtig nach den Substitutionsmedikamenten, die man während eines Entzugs als Ersatz bekommt (v.a. Suboxone).

Am Ende seiner Memoiren, im Alter von 52 Jahren, hat er sich letztlich mit sich selbst ausgesöhnt, ist frei von Alkohol- und Drogensucht und auch Nichtraucher (gezwungenermaßen durch eine Lungenerkrankung). Dennoch starb er bereits im Alter von 54 Jahren.

Montag, 14. August 2023

ausgelesen: Isabel Allende - Im Bann der Masken

 Isabel Allende zählt definitiv zu meinen Lieblingsautoren. Ich mag ihre Romane für Erwachsene ebenso wie ihre spannenden  Jugend - Abenteuerromane. 

"Im Bann der Masken" bildet den dritten und somit letzten Teil der Trilogie um  Kate Cold, ihren Enkel Alex und die Brasilianerin Nadia.

Diesmal begleiten Alex und Nadia Kate auf eine Reportagereise nach Zentralafrika, doch was als interessante Safari beginnt wird für Nadia und Alex schnell zu einer echten Bedrohung, die sie in den tiefen Urwald verschlägt: Dort wird unter der Herrschaft eines einflussreichen Königs und des brutalen Militärs  im großen Stil illegaler Elfenbeinhandel betrieben, es werden Kinder an Schmugglerbanden verkauft und die rechtmäßige Herscherin Nana-Asante entmachtet und ins Exil geschickt. 

Alex und Nadia zögern nicht, den Unterdrückten zur Hilfe zu eilen und versuchen ihr Möglichstest, die Tyrannei zu beenden, doch haben sie sich damit diesmal nicht zuviel vorgenommen....?

Dienstag, 8. August 2023

ausgelesen: Paul Auster - Sunset Park

 Paul Auster ist mein absoluter Lieblingsautor. Ich habe schon zahlreiche seiner Werke gelesen, eine Reihe Bücher von ihm wartet noch darauf von mir gelesen zu werden.

Sunset Park stammt aus dem Jahre 2010, leider ist dies ein Roman von Auster der mich nicht überzeugen konnte.

Zur Handlung:

Miles stammt aus einer reichen Familie aus New York, doch schon im Kindesalter haben sich seine Eltern scheiden lassen. Sein Vater, Inhaber eines kleinen Verlages der aufstrebende Autoren fördert, ging  später eine neue Partnerschaft ein und Miles erhielt somit einen Stiefbruder.

Sein Stiefbruder stirbt jedoch bei einem tragischen Verkehrsunfall an dem sich Miles fortan die Schuld gibt und so bricht er sein Studium ab und lebt mehr oder weniger stets auf der Flucht vor der Vergangenheit abwechselnd in Chicago, in Kalifornien und Florida und verdient sich seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs bis er die sehr intelligente Schülerin Pilar kennenlernt und sich in sie verliebt. Es gibt nur einen Haken: Pilar ist mit ihren 17 Jahren noch minderjährig und Miles würde somit eine Straftat begehen ließe er sich voll und ganz auf sie ein, zudem droht man ihm mit einer Anzeige.

Er bricht somit sein Exil ab und lebt von nun an mit Bing, dem einzigen Kontakt aus seiner Vergangenheit und schließt sich zusammen mit ihm und dessen Freunden der Hausbesetzerszene um Sunset Park an. Doch was Miles nicht weiß: Bing hatte stets Kontakt zu Miles Vater und seiner Stiefmutter...

ausgelesen Kurt Tucholsky -Schloss Gripsholm

 Seitdem ich eine Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA) gemacht habe und Vollzeit in einer öffentlichen Apotheke arbeite, komme ich weder ausgedehnt zum Lesen von Büchern, geschweige denn dazu, darüber zu bloggen oder Rezensionen zu schreiben.
Die ausgelesenen Bücher stapeln sich seit Monaten in meiner Wohnung und ich kann mich gar nicht mehr so genau an die Bücher bzw. deren Handlung erinnern wie zu dem Zeitpunkt wo sie ausgelesen waren.

Schloß Gripsholm zählt wohl zu den bekannteren Werken von Kurt Tucholsky und wurde im Jahre 1931 veröffentlicht.
Der Untertitel der Erzählung lautet "Eine Sommergeschichte".
Zu Beginn ist ein fiktiver Briefwechsel zwischen dem Autor und seinem Verleger Ernst Rowohlt abgedruckt, indem er aufgefordert wird, mal wieder eine heitere Liebesgeschichte zu schreiben. Tucholsky bietet ihm stattdessen eine Sommergeschichte an, zumal dieser plane in den Urlaub zu fahren, außerdem versucht er seinem Verleger ein höheres Honorar abzuverlangen. 
Die eigentliche Erzählung handelt vom Urlaub des Erzählers, der Peter genannt wird, mit seiner Begleitung Lydia, die von ihm nur Prinzessin genannt wird und Missingsch (eine Mischung aus Platt- und Hochdeutsch) spricht, in Schloß Gripsholm, Schweden. 
Während des Urlaubs lernen die beiden eine junge Frau mit namen Billie kennen, die einen derartigen erotischen Anklang mit sich bringt, dass das ganze zu einer elustren Dreierkonstellation ausartet...

am Ende der Erzählung schließen Lydia und Peter Bekanntschaft mit einem kleinen Mädchen, dass in einem deutschen Kinderheim lebt und dort alles andere als gut behandelt wird, doch Lydia und Peter schmieden einen Befreiungsplan..

Insgesamt finde ich die Erzählung recht dröge und auch durch das Missingsch nicht gut verständlich. mir fehlt darin ein roter Faden, ein schlüssiger Handlungsstrang und so musste ich mich regelrecht zwingen, das Buch zuende zu lesen. 

es gibt auch eine Verfilmung des Buches (u.a. mit Heike Makatsch) und das besagte Schloß Gripsholm existiert wirklich in Schweden (im Ort Mariefred, Gemeinde Strängnäs, am See Mälaren; der Ort hat eine Städtepartnerschaft mit dem deutschen Ort Rheinsberg [der Debütroman von Kurt Tucholsky heißt "Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte"])

Mittwoch, 17. August 2022

[Werbung] Produkttest: Garnier Body Superfoods

 







Zusammen mit brandsyoulove.de durfte ich die neuen Body Superfoods von Garnier in den drei Varianten Wassermelone, Aloe Vera und Avocado testen.

Die Garnier Body Superfoods überzeugen mit einem hohen Prozentsatz an Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs.
Die Variante "Wassermelone" enthält zusätzlich Hyaluronsäure und zieht extra schnell ein, so wird feuchtigkeitsarme Haut schnell hydratisiert.

Die Variante "Aloe Vera" enthält hautberuhigendes Magnesium und besänftigt normale bis leicht trockene Haut nach nur einem Auftrag. 

Die Variante "Avocado" nährt die Haut mit Omega-6-Fettsäuren und ist vor allem bei trockener Haut gut geeignet, sie riecht sehr angenehm sanft und leicht sinnlich.

Für sehr trockene Haut gibt es noch eine vierte Variante mit Kakao und Ceramiden im Handel, die ich aber nicht getestet habe.

Alle  Body Superfoods kommen im Tiegel zu 380ml daher und kosten zwischen 5 bis 6€, sie sind aber so ergiebig, dass der Preis gerechtfertigt ist.

Mein Favorit ist derzeit die Variante Wassermelone, sie passt perfekt zum Sommer 🥰🍉🏖

einziger Kritikpunkt: die Tiegel sind recht groß und schwer, daher unhandlich, zum Mitnehmen (zum Beispiel auf Reisen würde ich mir einen kleineren Tiegel wünschen, man könnte ja beide Packungsgrößen im Handel anbieten).

Freitag, 8. Juli 2022

zitiert

 "Liebst du mich?", fragte Alice. 

"Nein, ich liebe dich nicht", antwortete das weiße Kaninchen.

Alice runzelte die Stirn und legte ihre Hände zusammen, wie sie es immer tat, wenn sie verletzt war.

"Siehst du", erwiderte das weiße Kaninchen.

Jetzt wirst du dich fragen, was dich so unvollkommen macht und was du falsch gemacht hast, damit ich dich nicht wenigstens ein wenig lieben kann.

Weißt du, deshalb kann ich dich nicht lieben.

Du wirst nicht immer geliebt werden Alice, es wird Tage geben, an denen andere müde und gelangweilt vom Leben sind, ihre Köpfe in den Wolken haben und dich verletzen werden. 

Weil Menschen so sind, verletzen sie sich immer gegenseitig, sei es durch Nachlässigkeit, Missverständnisse oder Konflikte mit sich selbst.

Wenn sie sich selbst nicht lieben, zumindest ein wenig, wenn sie keinen Brustpanzer der Selbstliebe und des Glücks um Ihr Herz schaffen, wird das schwache Unbehagen, das von anderen verursacht wird, tödlich und zerstört sie.

Als ich dich das erste Mal sah, schloss ich einen Pakt mit mir selbst: "Ich werde es vermeiden, dich zu lieben, bis du lernst, dich selbst zu lieben."

 

Lewis Carrol, "Alice im Wunderland"

 

Donnerstag, 5. August 2021

ausgelesen: Karla Paul - Reclam 100 Seiten: Gilmore Girls

 Aus der Serie "Reclam: 100 Seiten", in der es etliche interessante Werke gibt (z.B. "Menschenrechte", "Ötzi", "Mata Hari", "David Bowie", "Antike" uvm.) gibt es auch ein Buch zu einer der beliebtesten TV-Serien der letzten Jahre: Gilmore Girls.

Ich bin mit der Serie regelrecht aufgewachsen: Kaffee, Bücher, alternative Musik, das war mein Ding als älterer Teenie. 

Ich habe die Serie geliebt (mehr als Akte X und Wunderbare Jahre zusammen!) und liebe sie noch immer, da war es doch klar, dass ich ir das Reclam Werk zulegen und zu Gemüte führen musste, natürlich mit einer großen Tasse Kaffee beim lesen!

Die Autorin Karla Paul ist natürlich selbst ein Riesenfan der Serie und nahm das erscheinen der 8. Staffel im Jahre 2016 zum Anlass ihr Buch zu veröffentlichen, dass alle wichtigen Bewohner von Stars Hollow porträtiert, die komplette Leseliste von Rory enthält (an einige der genannten Bücher kann ich mich aus der Serie gar nicht erinnern; wann soll Rory z.B. Nacht des Orakels von Paul Auster gelesen haben oder darüber gesprochen haben ? Als Auster Fan wäre mir das doch aufgefallen ? ) und zahlreiche Szenen zitiert.

obwohl man sich bei 100 Seiten natürlich nicht zuviel erwarten sollte, habe ich mir doch eigentlich etwas anderes gewünscht, z.B. eine komplette Filmliste (also welche Filme Rory und Lorelei und die anderen anschauen) hätte ich toll gefunden oder eine Liste mit den Anspielungen die man wohl weder als US-Bürger noch als Deutscher Zuschauer der Serie vollständig durchblicken kann und aufgrund der sehr schnellen und dichten Dialoge wohl teilweise auch gar nicht alle mitbekommt...
Zum Beispiel stellt Lorelei bei einem Friday-Night-Dinner die Frage in den Raum "Hey, whatever happened to Xuxa?" (ohne Untertitel hätte ich nie gewusst wie man das schreibt...^^) und wer weiß schon ohne zu recherchieren wer oder was Xuxa ist?

Dennoch ist das kleine Buch von Karla Paul ein nettes Goodie für eingefleischte Fans der Girlmore Girls.

 

Samstag, 31. Juli 2021

ausgelesen: Fred Bodsworth - Kanina

 Kanina, das eigentlich unter dem deutschen Titel "der Fremde von Barra" veröffentlicht wurde, wurde Ende der 50er Jahre (1959) von dem Kanadier Fred Bodsworth geschrieben, eine deutsche Übersetzung gab es erstmals 1966 nur in der DDR.
Insgesamt ist nur eine geringe Auflage des Romans gedruckt worden, sodass sich die antiquarischen Preis auf (mittlerweile) fast 70€ belaufen!

Bodsworth war nicht nur Schriftsteller sondern auch Journalist und vor allem Amateurnaturforscher. Seine Romane beschreiben daher fast ausschließlich Natur- und Tierschilderungen.
Seine Werke beruhen auf umfangreichen eigenen Forschungstätigkeiten und ornithologischen Expertisen. 

Sein Roman "Der Fremde von Barra" handelt von dem jungen Biologiestudenten Rory, der eigentlich von den schottischen Hebriden stammt, aber in Kanada studiert und  auf einer Forschungsreise einen Ringelganter beobachtet und erforscht, den es seltsamerweise von den Hebriden durch einen Sturm über den Atlantik verschlagen hat. 

In seinem Forschungsgebiet, das den Indianern der Kristiono - Stammes gehört, lernt er die bemerkenswerte Frau Kanina kennen, die ihrem Stamm eigentlich den Rücken gekehrt hatte um in der "zivilisierten" Welt der Weißen Lehrerin zu werden, aber von diesen verstoßen wird und aufgrund ihrer Herkunft nirgendwo eine Anstellung findet.
So kehrt sie zurück zu ihresgleichen und zu ihrem beschwerlichen und gefährlichen Leben. 

Die Geschichte wechselt Szenen aus Sicht des Ringelganters mit den Erlebnissen Kaninas und der Vergangenheit Rorys Eltern ab. Vor allem Rorys Mutter Mary steht eine große Rolle in der Geschichte zu (leider mit traurigem Ausgang), denn auch sie liebt die Natur und interessiert sich lebhaft für die Ringelgänse. 

Bodsworth verwebt schließlich alle drei Leben der Hauptprotagonisten - Kanina, Rory und der Ringelganter, zu einer poetischen Liebesgeschichte: Die Liebe zur Natur verbindet schließlich alle drei auf unterschiedliche Weise. Doch auch zwischen Rory und der so ganz anderen Kanina entwickeln sich zarte Gefühle, haben sie in Zeiten in denen Indianer aufgrund ihrer "Rasse" geächtet und verstoßen und verachtet werden Bestand....?


Sonntag, 25. Juli 2021

ausgelesen: Agatha Christie - Die Katze im Taubenschlag

 Eine Zeitlang (ich glaube als Teenager) hatte ich eine hohe Affinität zu den Kriminalromanen von Agatha Christie und ich habe mir alle aus der Stadtbibliothek ausgeliehen, die mir in die Finger geraten konnten.

Bestimmt  jedoch habe ich nicht alle gelesen.

Der Roman "Die Katze im Taubenschlag"  spielt in Meadowbank, dem renommiertesten Mädcheninternat Englands.

Eine nicht gerade beliebte Lehrerin wird ermordet in der Turnhalle aufgefunden, doch was hat sie überhaupt mitten in der Nacht dort zu suchen gehabt und was ist das Motiv für den Mord? Wer ist der Mörder? Und was hat die geheimnisvolle Fremde damit zu tun, die den Tennisschläger einer der Schülerinnen austauschen lässt...?

Letztlich kann nur der berühmte Privatdetektiv Hercule Poirot Licht in das ganze Dunkel bringen!

Leider hat mir der Roman nicht so gut gefallen wie viele andere Romane von Agatha Christie.  Irgendwie ist die gesamte Story nicht so flüssig, es wirkt zu sehr konstruiert und verfolgt irgendwie keinen richtigen roten Faden.

Ungewöhnlich ist auch, dass Poirot erst sehr spät zu Rate gezogen wird.


Montag, 7. Juni 2021

ausgelesen: Huraki Murakami - Kafka am Strand

Ein Analphabet, der mit Katzen reden kann und auch sonst keine normalen Fähigkeiten besitzt.

Ein weiser Bibliothekar.

Johnnie Walker und Colonel Sanders von KFC.

Sardinen und Blutegel, die vom Himmel regnen.

Eine wunderschöne Dame als Inhaberin und Verwalterin einer privaten Bibliothek, die Nachts als Geist eines 15-Jährigen Mädchens umherschweift.

Verschollen geglaubte Soldaten, ein Eingangsstein und das Tor zu einer fremden Welt.

Und was hat der Junge Kafka Tamura, der an seinem 15. Geburtstag von Zuhause ausreißt, mit alldem zu tun?

Der Roman "Kafka am Strand" ist Gruselgeschichte, Fantasyroman, Familiengeschichte und Märchen in einem.

Surrealistischer könnte der Roman kaum sein.
Verwirrend und spannend durch und durch. 
Und von einer furios-grandiosen Dichte, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, wenn man einmal begonnen hat es zu lesen!


[Rezension] Ann Napolitano - Der Morgen davor und das Leben danach

Autor: Ann Napolitano
Titel: Der Morgen davor und das Leben danach (Originaltitel: Dear Edward, aus dem Amerikanischen übersetzt von Carola Fischer)
Verlag: Diana Verlag, München; in der Verlagsgruppe Penguin Random House
Seiten: 416 Seiten
erschienen ist der Roman am 10.Mai 2021

über die Autorin:
>>Ann Napolitano studierte an der New York University und unterrichtet heute an verschiedenen Universitäten Literatur. Darüber hinaus ist sie Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift »One Story« und wurde im November 2019 für den Simpson/Joyce-Carol-Oates-Literaturpreis nominiert. »Der Morgen davor und das Leben danach« ist Ann Napolitanos dritter Roman, er stand wochenlang auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Brooklyn.<< (Zitiert von der Verlagswebseite).


Edward "Eddie" Adler, dessen Vater Mathematiker ist und die Mutter Drehbuchautorin für eine Fernsehserie, muss mit seiner Familie, zu der auch der 15-jährige Jordan gehört, der mitten in der Pubertät steckt,  wegen der Karriere seiner Mutter, von New York nach Los Angeles umziehen.
Die Familie betritt am 12. Juni 2013 ein Flugzeug des Typs Airbus 321, der Flug ausgebucht mit den unterschiedlichsten Menschen, 187 Passagiere.

Doch der Flug erreicht niemals seinen Zielflughafen: Das Flugzeug stürzt auf der Hälfte des Flugs ab.
Einziger Überlebender: Der 12-jährige Edward.

Edward lebt nach seinem Krankenhausaufenthalt von nun an bei seinem Onkel und seiner Tante, der Schwester von Edwards Mutter.
Die körperlichen Wunden mögen schnell heilen, aber das seelische Trauma, nicht zuletzt von der abgedrehten Behandlung seiner Mitmenschen ausgelöst, die ihn als "den Auserwählten" betrachten, prägt sein gesamtes weiteres Leben, und verleiht der Sinnfrage, in der Pubertät ohnhin ein wichtiges Thema, eine ganz neue Bedeutung.
Schließlich ist es Nachbarstochter Shay, die Edward zur Seite steht und für ihn zu einem ganz besonderen Menschen wird, der seinen Alltag ausfüllt und ihm bei der Aufarbeitung auf ihre ganz eigene Art und Weise hilft.

Die Autorin zeigt im Wechsel Szenen aus dem Flugzeug bevor es dann zur Katastrophe kommt und das Leben Edwards, angefangen im Krankenhaus bis zu seinem 16. Lebensjahr, mit all den Facetten seines Innenlebens und seiner Entwicklung zum erwachsenen Menschen.

Für das Schreiben des Buches stützt sich die Autorin auf einen Vorfall des es so tatsächlich gegeben hat, als ein Flugzeug abstürzte und ein 9-jähriger Junge als einziger überlebte. Sie hat für ihre Recherche Blackboxaufzeichnungen studiert und sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt, dennoch spielt in ihrem Roman vor allem die menschliche und zwischenmenschliche Ebene die Hauptrolle und wird gekonnt in die Rahmenhandlung eingebettet.

Man kann sagen, dass die Autorin ein ganz entsetzliches Thema sensibel aufbereitet hat.



Samstag, 1. Mai 2021

ausgelesen: Ebba D. Drolshagen - Gebrauchsanweisung für Norwegen

 Bereits im Januar habe ich das Sachbuch "Gebrauchsanweisung für Norwegen" von Ebba D. Drolshagen ausgelesen.

Wie der Titel bereits verrät, stammt es aus der "Gebrauchsanweisung für..." -Reihe vom Piper Verlag, die bereits seit etliche Jahren Sachbücher über verschiedene Länder (Indien, Schweden, ...), Städte (Köln, Paris, London,...), Regionen (Ruhrgebiet, Gardasee, ...) aber auch Sportarten oder das alltägliche Leben herausbringen.

Gebrauchsanweisung für Norwegen beleuchtet verschiedenste Themen wie Land und Leute, Sitten und Gebräuche, Essen, das Klima...

Es klärt den Norwegen-Neuling darüber auf, dass die Norweger zu Ostern gerne Krimis lesen, dass man gerne Tracht trägt (nicht nur am Nationalfeiertag, dem 17. Mai), dass die royale Famile eigentlich grundbodenständig aber für die Norweger unentbehrlich ist und nimmt einen mit auf eine Reise von Oslo im Süden über Bergen bis in die Polaren Regionen wo die Samen leben.

Auch auf die Ereignisse im Juni 2011 auf der Insel Utøya, die die ganze Welt in Schockstarre versetzten, wird natürlich eingegangen und darüber berichtet, wie Norwegen mit seiner Haltung dazu ein Exempel statuierte.

Das Buch ist eine interessante Lektüre für jeden der gerne einmal nach Norwegen reisen möchte, aber mehr wissen will als die klassischen Fakten für Touristen, sozusagen einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte.

Sonntag, 25. April 2021

[Rezension] Susanne Abel - Stay Away From Gretchen

Autor: Susanne Abel
Titel: Stay Away From Gretchen - Eine unmögliche Liebe
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft, München
Seiten: 496 Seiten
erschienen am 18.03.2021

über die Autorin:
Susanne Abel, geboren in einem badischen Dorf an der französischen Grenze, arbeitete vor ihrem Debütroman bereits als Erzieherin und Puppenspielerin, bevor sie ein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie abschloss. Sie hat als Autorin und Regisseurin zahlreiche Dokumentationen für's Fernsehen realisiert. Sie lebt und arbeitet in Köln.


Die fiktive Geschichte, die auf Grundlage der Erfahrungen und Erzählungen der Mutter der Autorin entstanden ist, ist äußerst interessant und spannend:
Fernsehmoderator Tom muss mit der Diagnose Demenz seiner sonst so fitten Mutter klarkommen und findet dabei heraus, was der Grund dafür ist, dass seine Mutter Greta während seiner Kindheit und Jugend so oft niedergeschlagen und depressiv war und mehrfach in Kliniken psychiatrisch behandelt werden musste.
Mit der Zeit kommen immer mehr Details ans Licht und Tom sieht sich mit einer Wahrheit konfrontiert, die ihm selbst regelrecht den Atem raubt und die Schuhe auszieht.
Mutter und Sohn könnten nicht unterschiedlicher sein und durch die zahlreichen Rückblenden in die Vergangenheit Gretas bis zu ihrer frühesten Kindheit in Preußisch-Eylau entwickelt sich für den Leser eine Geschichte, wie es sie während des Zweiten Weltkriegs oft gegeben hat: Armut, Flucht aus der Heimat, Wohnungsnot, zerrüttete Familien und die Probleme in der Besatzungszone nach Kriegsende...

Der Roman ist äußerst vielschichtig, tiefgründig und hervorragend recherchiert!
Ein unterhaltsames und doch geschichtlich wertvolles Werk, das Autorin Susanne Abel geschaffen hat!

Freitag, 12. Februar 2021

ausgelesen: Greta & Svante Thunberg / Beata & Malena Ernman - Szenen aus dem Herzen

 "Szenen aus dem Herzen - Unser Leben für das Klima" beantwortet vor allem die Frage: Wer ist Greta Thunberg?

Das Buch, das zusammen von der ganzen Familie verfasst wurde, bietet einen sehr intimen Einblick in das Leben der Familie, das Leben bevor die Familie anfing sich mit dem Thema Klimawandel zu befassen und wie schwer der Weg bis zur Diagnose Asperger (eine spezielle Form innerhalb des Autismus Spektrums) für Greta und ihre Eltern, aber auch ihre Schwester, war.

Schonungslos schildert das Buch den Alltag der Familie und die Hürden und Belastungen für und durch beide Kinder.

Böse Zungen behaupten ja nach wie vor, das ganze wäre nur eine Marketingstrategie und werfen den Eltern Gretas vor, sie wäre indoktriniert worden. Man wirft der Familie vor, Profit aus der ganzen Bewegung zu ziehen, die Greta ins Leben gerufen hat, und man würde sie regelrecht missbrauchen und verheizen, um berühmt zu sein.

Wer das Buch liest, merkt schnell, dass diese Aussage mehr als ungerechtfertigt und an den Haaren herbeigezogen ist, da die Familie das niemals nötig hätte, weder finanziell noch was die Aufmerksamkeit anbelangt. Dem Leser werden die Augen geöffnet. 

Wer offen ist, wird spätestens bei der Lektüre des Buches merken, welch außergewöhnlicher Mensch Greta ist (ebenso ihre Schwester Beata und ihre Eltern) und das sie bereits in jungen Jahren große Hürden zu meistern hatte und dennoch nicht daran zerbrochen ist.

Auch wenn die Thematik Klimawandel hier ungeschönt drastisch geschildert wird, ist es doch letztlich ein Buch, das jedem Leser Mut machen wird!

Montag, 8. Februar 2021

[Werbung] Produkttest: Nivea Hydra Skin Effect

 Von Nivea gibt es eine ganz neue Pflegeserie für das Gesicht mit dem Namen "Hydra Skin Effect".

Die Hydra Skin Effect Pflegeprodukte enthalten pures Hyaluron und regen die eigene Hyaluron - Produktion der Haut an. Sie versprechen 72 Stunden intensive Feuchtigkeit und aufgepolsterte, glatte Haut!

 Ich darf als Nivea-Botschafterin im "Team Nacht" die Regenerierende Gel-Creme Nacht (50 ml Tiegel) und die 7-Tage Ampullen Kur (7x1ml) testen!

Die Pflegeserie ist für alle Hauttypen geeignet, sie ist leicht und erfrischend und zieht schnell ein ohne zu fetten. Auch nach Stunden ist die Haut schön weich und fühlt sich sehr glatt und geschmeidig an.
Die Gel-Creme ist sehr ergiebig und die Ampullen noch ergiebiger, das Serum ist sehr flüssig, eine Ampulle reicht für das Gesicht, den Hals und das Dekolleté.
Das Serum enthält 2,5 Mal mehr Hyaluronsäure als die Creme. Leider ist es dadurch auch ein bisschen klebrig beim einziehen. Allerdings habe ich es auch direkt auf die gereinigte Haut aufgetragen, Nivea empfiehlt stattdessen eine Anwendung über der Gel-Creme..

Beide Produkte stelle ich mir hervorragend für den Sommer vor, man könnte sie auch im Kühlschrank lagern für einen extra Frischekick!


Der Tiegel der Nachtcreme ist sehr schlicht und minimalistisch gehalten, was mir sehr gut gefällt. Irgendwie wirkt er auch sehr edel, aber es handelt sich leidet dennoch um Plastik.

Die Ampullen sind aus Glas und werden mit einer Öffnungshilfe zusammen verkauft, die man oben aufsetzt und runterdrückt, um die Ampulle öffnen zu können, aber man benötigt dafür etwas Kraft, damit sie aufbricht.
Eine Ampulle enthält 1ml Serum, klingt nicht nach viel, aber das Serum ist wie zuvor erwähnt extrem ergiebig. Die Packung enhält 7 Ampullen.

Erhältlich sind aus der Reihe auch ein Wake-up Gel als Tagespflege und eine sofort-Effekt Hyaluron Maske, die extra aufpolsternd wirken soll.

die Produkte wurden mir kostenlos von Nivea zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür.






Hier sind die Inhaltsstoffe der Nachtcreme aufgelistet, die Liste ist überschaubar und die Inhaltsstoffe nicht so schlecht, allerdings sind schon an dritter und vierter Stelle Alkohole gelistet und es sind wie bereits oben erwähnt Duft- und Farbstoffe enthalten.


Inhaltsstoffe: Aqua, Glycerin, Betaine, Alcohol, Methylpropanediol, Polyglyceryl-4 Caprate, 1,2-Hexanediol, Galactoarabinan, Sodium Hyaluronate, Hydrolyzed Hyaluronic Acid, Hydrolyzed Sodium Hyaluronate, Tocopherol, Caprylyl/Capryl Glucoside, Tetrasodium Glutamate Diacetate, Biosaccharide Gum-1, Lactic Acid, Sodium Chloride, Sodium Hydroxide, Sodium Sulfate, Ethylhexylglycerin, Phenoxyethanol, Linalool, Benzyl Benzoate, Benzyl Salicylate, Limonene, Parfum, CI 42090,
CI 19140. 
Hier sind sogar zwei verschiedene Farbstoffe enthalten, was ich total unnötig finde, und zudem auch Benzyl Salicylate, ein Stoff der nicht so unbedenklich ist.

der Inhalt einer Ampulle.

 

Donnerstag, 28. Januar 2021

Fotografisches: Mariendom Neviges

schon sehr lange Zeit habe ich hier keine (analogen) Fotos mehr gezeigt, was eigentlich schade ist, denn Fotografie (analog, Lomografie, experimentell) ist mein größtes Hobby neben Lesen.

Gerne möchte ich euch an meinen fotografischen Ergebnissen teilhaben lassen und vielleicht schaffe ich es auch in nächster Zeit endlich mal wieder aktiv mit Kamera durch die Gegend zu ziehen.

Den Anfang machen Impressionen des Mariendoms in Neviges, einem kleinen Stadtteil der Stadt Velbert.

Der Mariendom, eigentlich „Maria, Königin des Friedens“, ist eine Wallfahrtskirche, die 1968 eingeweiht wurde, aber schon seit dem 17. Jahrhundert pilgerten Menschen nach Neviges.
Der Architekt ist Gottfried Böhm, die Kirche ist einzigartig in ihrer Erscheinung, ein "Felsen" aus Glas und Beton. Über den Betonbau mag man ja streiten, aber wunderschön und farbenfroh sind die Kirchenfenster.

(weitere Informationen zum Mariendom: **Mariendom 1**, **Mariendom 2** und zu **Gottfried Böhm**)

Die Außenaufnahmen wurden mit der Lomo LC-A+  mit einem Rossmann HR 400 Film fotografiert, für die Innenaufnahmen mit der Canon Canonet 28 und als Film der Lomography Color Negative 800 genutzt.
Die Fotos stammen aus März 2019.




                           




                           




                           




                           






Donnerstag, 31. Dezember 2020

ausgelesen: Anton Čechov - Wintergeschichten

 Anton Čechovs Werk "Wintergeschichten" beinhaltet 25 Kurzgeschichten zum Thema Winter:
Kristallklare Nächte, Schnee, Frost, Eis, klirrende Kälte zeichnen die mal kürzeren, mal längeren Geschichten aus und handeln natürlich auch davon, wie die Menschen in Städten und Dörfern damit umzugehen pflegen.

Die Geschichten sind mal heiter, mal nachdenklich und mal sogar betrüblich. 

Für Fans russischer Literatur ist dies ein gelungenes Werk, das aufgrund der Anzahl der Geschichten auch in den Advent, sozusagen als Adventskalender, passen könnte.


ausgelesen: Captain Paul Watson - Earthforce! Ein strategischer Leitfaden für Umweltkrieger

 Paul Watson hat 1977 die Sea Shepherd Conservation Society gegründet, nachdem er bei Greenpeace ausgestiegen ist.
Bei Greenpeace war er eins der ersten Mitglieder als Greenpeace 1971 gegründet wurde, laut seiner eigenen Aussage war er zusammen mit Robert Hunter und anderen eins der Gründungsmitglieder, Greenpeace hingegen bestreitet dies.
1975 waren Hunter und Watson die ersten Menschen die sich für den Schutz der Wale einsetzten: Sie versuchten in einem Schlauchboot sitzend Pottwale vor der Harpunierung durch eine sowjetische Walfangflotte zu schützen, was ihnen leider nicht gelang.
Paul Watson beschloss nach diesem Erlebnis sein Leben dem Schutz und der Erhaltung von Walen und allen anderen Meereslebewesen zu widmen.

Greenpeace hatte er unter anderem den Rücken gekehrt, da sie ihm als zu harmlos, moderat und viel zu bürokratisch erschienen, diese Auffassung kann ich sehr gut nachvollziehen und teile sie.

Der kanadische Schriftsteller Farley Mowat bezeichnete Watson einst  als den „entschlossensten und effektivsten Schützer der Meerestiere“.

Paul Watson sagte selbst einmal "„In einer Welt, in der die Chinesen den Dalai Lama einen Terroristen nennen, habe ich kein Problem damit, wenn die japanische Regierung auch mich als Terroristen bezeichnet."  

Paul Watson studierte Kommunikations- und Sprachwissenschaften in British Columbia, er hielt Vorträge in der ganzen Welt und war von 1990 bis 1994 Professor für Ökologie am Art Center College of Design im kalifornischen Pasadena. 

weitere Infos gibt es hier: **KLICK**

Die deutsche Erstausgabe von "Earthforce! Ein strategischer Leitfaden für Umweltkrieger" erschien im Jahre 2015:
Paul Watson verarbeitet in seinem Werk Erkenntnisse von Sun Tzu, Mihamato Musashi und Marshal McLuhan sowie seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen.
Es soll eine Strategie liefern zum Kampf um die Rettung und Erhaltung der Ökosysteme und der Artenvielfalt unserer Erde.

Es handelt dabei Themen wie Vorbereitung, Täuschung, Konfrontation, Kämpfen ohne zu kämpfen, Manövrieren, Taktik etc. ab.
Aufgewertet werden die einzelnen Kapitel von eigenen Schilderungen von Erlebtem und Erfahrenem.
Allein das Nachwort macht dieses Buch bereits sehr lesenswert und bewegt wohl jeden dem unser Planet am Herzen liegt!

ausgelesen: Franz Kafka - Amerika

 Zuvor habe ich - abgesehen von einigen, mir unverständlichen, Kurzgeschichten im Deutsch Leistungskurs - noch nie ein Werk Kafkas gelesen.
(Das Buch "Das Schloss" hatte ich einst angelesen, aber Kafka dann als unlesbar abgetan)

"Amerika", das nur fragmentarisch erhalten blieb, heißt auch "Der Verschollene" und gilt als Kafkas heiterstes Buch.

Es handelt von dem 16-jährigen Karl Roßmann der von seinen Eltern ins ferne Amerika weggeschickt wird, nachdem er in seiner Heimatstadt Prag von einem Dienstmädchen verführt wurde und diese schließlich von ihm ein Kind erwartet.

Die lange Schiffsreise nach New York verbringt er, eingepfercht in einer enge Kabine, damit seinen Koffer zu bewachen, damit er nicht ausgeraubt wird.

Letztlich ist es einem Regenschirm zu verdanken, dass er in ein Gespräch mit dem Heizer verwickelt wird und diesen zu Zwecke einer Beschwerde über seinen Vorgesetzten in der Kapitänskajüte landet und dort auf seinen lieben amerikanischen Onkel stößt, der ihn zu sich aufnimmt, ihn unterrichtet um ihn in seiner Firma unterzubringen. Soweit der Plan.
Doch letzten Endes verstößt ihn sogar sein Onkel und Karl ist auf sich allein gestellt, muss sich Brot und Lohn selbst verdienen und immer wieder wiederfährt ihm nur Ungerechtigkeit und großes Unrecht...

Anfangs fand ich das Buch sehr schwer zu lesen, die Sprache war seltsam gestelzt und der Satzbau einfach seltsam. Beim weiteren Lesen wird es dann etwas besser und einfach zu lesen, doch zum Schluss merkt man ziemlich stark, dass es sich nur um ein Fragment handelt, denn die Schlussszenen finden übergangslos und vollkommen aus dem vorherigen Zusammenhang gerissen statt. Es treten dort Personen auf, die zuvor gar nicht vorgestellt wurden und doch handelt es sich für Karl um eine erneute Begegnung, zusätzlich erfährt man leider nicht, wie er sich aus der misslichen Lage seiner letzten "Anstellung" und Unterkunft befreien konnte.


Mittwoch, 30. Dezember 2020

ausgelesen: Bernhard Schlink - Olga

Olga ist ein außergewöhnliches Buch mit einer außergewöhnlichen Geschichte über die Liebe einer ganz außergewöhnlichen Frau.

Olga, geboren als Waise in großer Armut, am Ende des 19. Jahrhunderts, durchlebt Olga beide Weltkriege, steht schon früh auf eigenen Beinen, lernhungrig wie sie ist wird sie Lehrerin und bleibt es auch noch als sie taub wird.
Später als Näherin und Kinderfrau bis ins Alter in den 1970er Jahren.

Doch nie hat sie ihre große Liebe Herbert vergessen: Herbert, der Sohn des wohlhabenden Gutsbesitzers, der immer nur laufen wollte, den es stets in die Ferne zog, in die Natur, in den Krieg...
Gedanklich ist Olga immer bei Herbet, später in Briefen und mit einem großen Aufbegehren.

Doch die Liebe kehrt niemals zu ihr zurück und dennoch lebt Olga voller Stärke und Mut ihr Leben und lässt sich niemals unterkriegen. 

Sie trotzt der gesellschaftlichen und politischen Situation und schafft sich ein selbstständiges und unabhängiges Leben. Unkonventionell war sie ja schon immer.

Bernhard Schlink vereint in seinem Werk so vieles: Eine starke Liebesgeschichte (vermutlich sogar über den Tod hinaus), ein großes Stück Zeitgeschichte, ein unkonventionelles, weil so-starkes, Frauenbild und eine Herausarbeitung der herrschenden Gegensätze zwischen arm und reich; all das eingebunden in eine klare und auch "stille" Sprache, passend zur Protagonistin Olga!