Freitag, 18. Oktober 2019

[Rezension] Liane Moriarty - Neun Fremde

Autor: Liane Moriarty
Titel: Neun Fremde (Originaltital "Nine Perfect Strangers", in Deutsche übersetzt von Dietlind Falk; die deutsche Übersetzung erschien im August 2019)
Verlag: Diana Verlag München, in der Verlagsgruppe Random House München
Seiten: 524 Seiten + Danksagung + Quellenangaben + Kontaktangabe zur Telefonseelsorge

über die Autorin:
Liane Moriarty, geboren 1966 in Sydney, hat bereits zahlreiche Romane, darunter auch ein Kinderbuch, veröffentlicht und lieferte die Vorlage zur HBO Erfolgsserie "Big Little Lies" mit Reese Witherspoon und Nicole Kidman in den Hauptrollen (die Serie ist auch in Deutschland anzusehen bei entsprechenden Streamingsdiensten). Liane Moriartys Bücher wurden bislang in 39 Sprachen übersetzt, einige ihrer Werke standen international wochenlang auf Bestsellerlisten. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Sydney.

zur Story:
Neun Erwachsene, darunter fünf Frauen und vier Männer, checken in ein Wellness-Ressort ein, um auszuspannen, sich zu erholen und neue Energie zu tanken.
Jeder von ihnen bringt seine eigene Geschichte aus der Vergangenheit mit und schon bald ist von Erholung nicht mehr die Rede..
Nur als Gemeinschaft schaffen sie es sich aus einer brenzligen und abgedrehten Situation zu befreien, die ungewöhnlicher kaum sein könnte.
Über alles schaltet und waltet Masha, die exzentrische Leiterin des Ressorts, die getrieben von Macht und Größenwahn ihre Gäste mit einem gekonnt inszenierten Psychodrama an ihre Grenzen bringt und sie somit zur Aufarbeitung zwingt.

meine Meinung:
unterhaltsam - anders - grandios!
Die Autorin Liane Moriarty hat hier ein unterhaltsames Meisterwerk geschaffen: Die Protagonisten sind mehrschichtig und überragend charakterisiert, der Plot meisterhaft in Szene gesetzt, der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende erhalten. Ich habe es regelrecht verschlungen!
Ein Psychothriller der besonderen Art!

Dienstag, 27. August 2019

Lesejahr 2019 - erstes Halbjahr



Die erste Hälfte des Jahres 2019 ist längst vorbei, Zeit eine Bilanz zum Thema "meine ausgelesenen Bücher" zu ziehen und dazu Kurzrezensionen abzugeben.

Vorab muss ich sagen, dass ich dieses Jahr bisher nicht soviel las wie früher. Generell lese ich abends vor dem Einschlafen, allerdings ist dies vor allem in den letzten Wochen zu kurz gekommen (ob ich deshalb an Einschlafproblemen leide?), ich weiß nicht mal warum.

Aber genug geplaudert, los geht's :

1. Jostein Gaarder - Sofies Welt
Die Geschichte der Philosophie verpackt in einer Geschichte, in einer Geschichte..
Ganz schön schwere Kost, wie ich finde, bietet einem das Werk "Sofies Welt" des norwegischen Schriftstellers Jostein Gaarder. Eigentlich ist es ja ein Jugendbuch, so gewann es auch im Jahre 1994 den Deutschen Jugendliteraturpreis, dennoch finde ich es auch als Erwachsene im Alter von über 30 und mit philosophischer Vorbildung (ich hatte drei Jahre lang Philosophie Grundkurs in der Oberstufe) auch noch ganz schön anspruchsvoll und teilweise recht verwirrend, vor allem gegen Ende des Buches. Auch fehlten mir einige, meiner Ansicht nach wichtige, Philosophen gänzlich, so z.B. Arthur Schopenhauer. Sehr gut finde ich hingegen, dass die Geschichte der Philosophie chronologisch aufgerollt wird, eben ganz so, wie sie sich entwickelt hat, und dass man über das Thema Philosophie hinaus auch weitere Informationen über die jeweiligen Epochen erhält, das Buch bietet somit auch einen ganz guten Überblick über die Geschichte, da Philosophie und (Kultur-)Geschichte nunmal untrennbar sind. Des Weiteren gefällt mir das umfangreiche Register sehr gut, das untergliedert ist in ein Namensregister und ein Sachregister, damit kann man schnell nochmal etwas nachschlagen, wenn einem etwas entfallen ist, was bei der stofflichen Dichte des Werkes schnell mal passieren kann.

2. Norman Mailer - Der Alptraum
Norman Mailer, mir persönlich nur ein Begriff durch die Serie "Gilmore Girls", in der er einen Gastauftritt hatte, war nicht nur als Schriftsteller und Regisseur, sondern auch als scharfer, linskorientierter, Kritiker der amerikanischen Gesellschaft bekannt, dabei selbst aber auch nicht ganz unproblematisch. Als passionierter Boxer scheute er keinerlei handgreifliche Auseinandersetzungen, er liebte die Frauen, hielt es jedoch nie lange mit ein-und derselben aus (dennoch hat er etliche geheiratet, nur um sich nach kurzer Zeit scheiden zu lassen) und kandidierte, wenn auch erfolglos, für das Amt des Bürgermeisters von New York. Für seine Reportage über die Protestbewegung zum Vietnamkrieg erhielt er 1969 den Pulitzer Preis. Sein Leben war sehr bewegt und ein einziges Wechselspiel zwischen Erfolg und Niederlage.
Sein Roman "Der Alptraum" (im Original "An American Dream", eine höchst zynisch-ironische Umschreibung der Handlung) von 1965 verarbeitet einige autobiografische Erlebnisse Mailers. So schrecklich die Handlung ist, so kunstvoll und wortgewaltig formuliert ist es, auch wenn ich es in der deutschen Übersetzung las und das Original sprachlich natürlich nochmal anders ist. Ich bin hin-und hergerissen ob ich es aufgrund seiner gelungenen Eloquenz, die ich einzigartig fand, lieben  oder aufgrund der wahrhaft alptraumartigen Handlung eher hassen sollte...
Wer noch mehr Infos über den Autor oder diesen speziellen Roman wünscht, klickt den informativen Artikel der ZEIT


3. Lisa Keil - Bleib doch, wo ich bin
Lisa Keil's Roman "Bleib doch, wo ich bin"  war ein Rezensionsexemplar, ich selbst hätte es mir niemals gekauft, ich mag keine Frauenromane! Eine ausführliche Rezension findet ihr hier **KLICK** 

4. Adam Jackson - Die zehn Geheimnisse der Liebe
Adam Jacksons "Die zehn Geheimnisse der Liebe" ist ein Beziehungsratgeber verpackt in einer schönen und bewegenden Geschichte und ist daher kein bisschen belehrend oder dogmatisierend. Auf gerade einmal 160 Seiten wird man daran erinnert wie das Leben eigentlich sein sollte und dies gilt natürlich nicht nur innerhalb einer Beziehung, Partnerschaft oder Ehe sondern auch für jeden Single. Der Autor selbst ist Heilpraktiker und hat noch weitere Ratgeber innerhalb der "Die zehn Geheimnisse..." - Reihe veröffentlicht.

Mittwoch, 29. Mai 2019

[Rezension] Lisa Keil - Bleib doch, wo ich bin

Autor: Lisa Keil
Titel: Bleib doch, wo ich bin
Verlag: Fischer Verlag, Frankfurt am Main
Seiten: 330 Seiten + Danksagung + Leseprobe aus "Hin und nicht weg" (der Fortsetzung von "Bleib doch, wo ich bin")

erschienen im April 2019

über die Autorin:
Lisa Keil ist eigentlich Landtierärztin für Groß- und Kleintiere, sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern sowie zwei Pferden in einem Ort zwischen Soester Börde und Sauerland in Nordrhein-Westfalen. Ursprünglich hat sie die Geschichte "Bleib doch, wo ich bin" nur als Geschenk für ihre Freundinnen geschrieben.

zur Story:
Lisa Keils Debütroman "Bleib doch, wo ich bin" ist die turbulente Liebesgeschichte von Lehrer Lasse Fries, den es aus der Großstadt ins Nest Neuberg verschlägt, und Buchhändlerin Kaya Mahler, ganz Neubergerin, Tante, Ponybesitzerin und Büchernärrin. Kayas Lebensmotto scheint YOLO zu sein und so erobert sie Lasses Herz im Sturm...


meine Meinung:
Ursprünglich hat die Autorin, die selbst eigentlich Tierärztin ist, die Geschichte nur für ihre Freundinnen geschrieben, was man meiner Ansicht auch merkt, so amateurhaft wie dieser Roman verfasst ist, umso mehr wundert es mich, dass er im Fischer Verlag erschienen ist.
Vor allem der Beginn des Romans wirkt eher nach Schulaufgabe als nach Roman eines Schriftstellers, in der Mitte wird es ein wenig besser.
Am irritierendsten sind die zahlreichen unvermittelten Sprünge und Wechsel des Erzählers, doch auch das jähe Ende des Romans wirkt nicht gerade gekonnt..
Durchsetzt von pikanten Sexszenen wird der Roman aber vermutlich den Geschmack des Zeitgeists und der 08/15 LeserInnen treffen.
Wer auf der Suche nach anspruchsloser Kurzweil, der wird bei diesem Roman ohne Mehrwert auf seine Kosten kommen!

Mir hat selten ein Buch so schlecht gefallen.