Donnerstag, 5. August 2021

ausgelesen: Karla Paul - Reclam 100 Seiten: Gilmore Girls

 Aus der Serie "Reclam: 100 Seiten", in der es etliche interessante Werke gibt (z.B. "Menschenrechte", "Ötzi", "Mata Hari", "David Bowie", "Antike" uvm.) gibt es auch ein Buch zu einer der beliebtesten TV-Serien der letzten Jahre: Gilmore Girls.

Ich bin mit der Serie regelrecht aufgewachsen: Kaffee, Bücher, alternative Musik, das war mein Ding als älterer Teenie. 

Ich habe die Serie geliebt (mehr als Akte X und Wunderbare Jahre zusammen!) und liebe sie noch immer, da war es doch klar, dass ich ir das Reclam Werk zulegen und zu Gemüte führen musste, natürlich mit einer großen Tasse Kaffee beim lesen!

Die Autorin Karla Paul ist natürlich selbst ein Riesenfan der Serie und nahm das erscheinen der 8. Staffel im Jahre 2016 zum Anlass ihr Buch zu veröffentlichen, dass alle wichtigen Bewohner von Stars Hollow porträtiert, die komplette Leseliste von Rory enthält (an einige der genannten Bücher kann ich mich aus der Serie gar nicht erinnern; wann soll Rory z.B. Nacht des Orakels von Paul Auster gelesen haben oder darüber gesprochen haben ? Als Auster Fan wäre mir das doch aufgefallen ? ) und zahlreiche Szenen zitiert.

obwohl man sich bei 100 Seiten natürlich nicht zuviel erwarten sollte, habe ich mir doch eigentlich etwas anderes gewünscht, z.B. eine komplette Filmliste (also welche Filme Rory und Lorelei und die anderen anschauen) hätte ich toll gefunden oder eine Liste mit den Anspielungen die man wohl weder als US-Bürger noch als Deutscher Zuschauer der Serie vollständig durchblicken kann und aufgrund der sehr schnellen und dichten Dialoge wohl teilweise auch gar nicht alle mitbekommt...
Zum Beispiel stellt Lorelei bei einem Friday-Night-Dinner die Frage in den Raum "Hey, whatever happened to Xuxa?" (ohne Untertitel hätte ich nie gewusst wie man das schreibt...^^) und wer weiß schon ohne zu recherchieren wer oder was Xuxa ist?

Dennoch ist das kleine Buch von Karla Paul ein nettes Goodie für eingefleischte Fans der Girlmore Girls.

 

Samstag, 31. Juli 2021

ausgelesen: Fred Bodsworth - Kanina

 Kanina, das eigentlich unter dem deutschen Titel "der Fremde von Barra" veröffentlicht wurde, wurde Ende der 50er Jahre (1959) von dem Kanadier Fred Bodsworth geschrieben, eine deutsche Übersetzung gab es erstmals 1966 nur in der DDR.
Insgesamt ist nur eine geringe Auflage des Romans gedruckt worden, sodass sich die antiquarischen Preis auf (mittlerweile) fast 70€ belaufen!

Bodsworth war nicht nur Schriftsteller sondern auch Journalist und vor allem Amateurnaturforscher. Seine Romane beschreiben daher fast ausschließlich Natur- und Tierschilderungen.
Seine Werke beruhen auf umfangreichen eigenen Forschungstätigkeiten und ornithologischen Expertisen. 

Sein Roman "Der Fremde von Barra" handelt von dem jungen Biologiestudenten Rory, der eigentlich von den schottischen Hebriden stammt, aber in Kanada studiert und  auf einer Forschungsreise einen Ringelganter beobachtet und erforscht, den es seltsamerweise von den Hebriden durch einen Sturm über den Atlantik verschlagen hat. 

In seinem Forschungsgebiet, das den Indianern der Kristiono - Stammes gehört, lernt er die bemerkenswerte Frau Kanina kennen, die ihrem Stamm eigentlich den Rücken gekehrt hatte um in der "zivilisierten" Welt der Weißen Lehrerin zu werden, aber von diesen verstoßen wird und aufgrund ihrer Herkunft nirgendwo eine Anstellung findet.
So kehrt sie zurück zu ihresgleichen und zu ihrem beschwerlichen und gefährlichen Leben. 

Die Geschichte wechselt Szenen aus Sicht des Ringelganters mit den Erlebnissen Kaninas und der Vergangenheit Rorys Eltern ab. Vor allem Rorys Mutter Mary steht eine große Rolle in der Geschichte zu (leider mit traurigem Ausgang), denn auch sie liebt die Natur und interessiert sich lebhaft für die Ringelgänse. 

Bodsworth verwebt schließlich alle drei Leben der Hauptprotagonisten - Kanina, Rory und der Ringelganter, zu einer poetischen Liebesgeschichte: Die Liebe zur Natur verbindet schließlich alle drei auf unterschiedliche Weise. Doch auch zwischen Rory und der so ganz anderen Kanina entwickeln sich zarte Gefühle, haben sie in Zeiten in denen Indianer aufgrund ihrer "Rasse" geächtet und verstoßen und verachtet werden Bestand....?


Sonntag, 25. Juli 2021

ausgelesen: Agatha Christie - Die Katze im Taubenschlag

 Eine Zeitlang (ich glaube als Teenager) hatte ich eine hohe Affinität zu den Kriminalromanen von Agatha Christie und ich habe mir alle aus der Stadtbibliothek ausgeliehen, die mir in die Finger geraten konnten.

Bestimmt  jedoch habe ich nicht alle gelesen.

Der Roman "Die Katze im Taubenschlag"  spielt in Meadowbank, dem renommiertesten Mädcheninternat Englands.

Eine nicht gerade beliebte Lehrerin wird ermordet in der Turnhalle aufgefunden, doch was hat sie überhaupt mitten in der Nacht dort zu suchen gehabt und was ist das Motiv für den Mord? Wer ist der Mörder? Und was hat die geheimnisvolle Fremde damit zu tun, die den Tennisschläger einer der Schülerinnen austauschen lässt...?

Letztlich kann nur der berühmte Privatdetektiv Hercule Poirot Licht in das ganze Dunkel bringen!

Leider hat mir der Roman nicht so gut gefallen wie viele andere Romane von Agatha Christie.  Irgendwie ist die gesamte Story nicht so flüssig, es wirkt zu sehr konstruiert und verfolgt irgendwie keinen richtigen roten Faden.

Ungewöhnlich ist auch, dass Poirot erst sehr spät zu Rate gezogen wird.


Montag, 7. Juni 2021

ausgelesen: Huraki Murakami - Kafka am Strand

Ein Analphabet, der mit Katzen reden kann und auch sonst keine normalen Fähigkeiten besitzt.

Ein weiser Bibliothekar.

Johnnie Walker und Colonel Sanders von KFC.

Sardinen und Blutegel, die vom Himmel regnen.

Eine wunderschöne Dame als Inhaberin und Verwalterin einer privaten Bibliothek, die Nachts als Geist eines 15-Jährigen Mädchens umherschweift.

Verschollen geglaubte Soldaten, ein Eingangsstein und das Tor zu einer fremden Welt.

Und was hat der Junge Kafka Tamura, der an seinem 15. Geburtstag von Zuhause ausreißt, mit alldem zu tun?

Der Roman "Kafka am Strand" ist Gruselgeschichte, Fantasyroman, Familiengeschichte und Märchen in einem.

Surrealistischer könnte der Roman kaum sein.
Verwirrend und spannend durch und durch. 
Und von einer furios-grandiosen Dichte, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, wenn man einmal begonnen hat es zu lesen!


[Rezension] Ann Napolitano - Der Morgen davor und das Leben danach

Autor: Ann Napolitano
Titel: Der Morgen davor und das Leben danach (Originaltitel: Dear Edward, aus dem Amerikanischen übersetzt von Carola Fischer)
Verlag: Diana Verlag, München; in der Verlagsgruppe Penguin Random House
Seiten: 416 Seiten
erschienen ist der Roman am 10.Mai 2021

über die Autorin:
>>Ann Napolitano studierte an der New York University und unterrichtet heute an verschiedenen Universitäten Literatur. Darüber hinaus ist sie Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift »One Story« und wurde im November 2019 für den Simpson/Joyce-Carol-Oates-Literaturpreis nominiert. »Der Morgen davor und das Leben danach« ist Ann Napolitanos dritter Roman, er stand wochenlang auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Brooklyn.<< (Zitiert von der Verlagswebseite).


Edward "Eddie" Adler, dessen Vater Mathematiker ist und die Mutter Drehbuchautorin für eine Fernsehserie, muss mit seiner Familie, zu der auch der 15-jährige Jordan gehört, der mitten in der Pubertät steckt,  wegen der Karriere seiner Mutter, von New York nach Los Angeles umziehen.
Die Familie betritt am 12. Juni 2013 ein Flugzeug des Typs Airbus 321, der Flug ausgebucht mit den unterschiedlichsten Menschen, 187 Passagiere.

Doch der Flug erreicht niemals seinen Zielflughafen: Das Flugzeug stürzt auf der Hälfte des Flugs ab.
Einziger Überlebender: Der 12-jährige Edward.

Edward lebt nach seinem Krankenhausaufenthalt von nun an bei seinem Onkel und seiner Tante, der Schwester von Edwards Mutter.
Die körperlichen Wunden mögen schnell heilen, aber das seelische Trauma, nicht zuletzt von der abgedrehten Behandlung seiner Mitmenschen ausgelöst, die ihn als "den Auserwählten" betrachten, prägt sein gesamtes weiteres Leben, und verleiht der Sinnfrage, in der Pubertät ohnhin ein wichtiges Thema, eine ganz neue Bedeutung.
Schließlich ist es Nachbarstochter Shay, die Edward zur Seite steht und für ihn zu einem ganz besonderen Menschen wird, der seinen Alltag ausfüllt und ihm bei der Aufarbeitung auf ihre ganz eigene Art und Weise hilft.

Die Autorin zeigt im Wechsel Szenen aus dem Flugzeug bevor es dann zur Katastrophe kommt und das Leben Edwards, angefangen im Krankenhaus bis zu seinem 16. Lebensjahr, mit all den Facetten seines Innenlebens und seiner Entwicklung zum erwachsenen Menschen.

Für das Schreiben des Buches stützt sich die Autorin auf einen Vorfall des es so tatsächlich gegeben hat, als ein Flugzeug abstürzte und ein 9-jähriger Junge als einziger überlebte. Sie hat für ihre Recherche Blackboxaufzeichnungen studiert und sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt, dennoch spielt in ihrem Roman vor allem die menschliche und zwischenmenschliche Ebene die Hauptrolle und wird gekonnt in die Rahmenhandlung eingebettet.

Man kann sagen, dass die Autorin ein ganz entsetzliches Thema sensibel aufbereitet hat.