Freitag, 8. April 2016

Lomographisches: Holga 135 BC

die Meldung, dass die Produktion der Holga Kameras (meine liebste Kamera übrigens) eingestellt wird/wurde, veranlasste auch mich, mir noch eine weitere Holga zuzulegen. wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Kleinbildformat-Holga, also eine Kamera für 35mm Filme.

da meine konventionelle Holga 135 einen Defekt hat, allerdings noch funktioniert (man muss den Film allerdings im Dunkeln herausziehen und manuell in die Patrone zurückfädeln), fiel die Wahl eben nicht auf eine Mittelformatige (die hoffentlich noch ewig halten wird !).

das "BC" im Namen steht für Black Corner (auch wenn die Verpackung der Kamera besagte es stehe für "bent corner", also gebogene Ecken).
lange Rede, kurzer Sinn, hier kommen die ersten Ergebnisse:







weitere Fotos findet ihr in meinem Lomo-Home im Album




Montag, 4. April 2016

ausgelesen: Eugen Ruge - Cabo de Gata

den Roman "Cabo de Gata" von Eugen Ruge (*1954 in Soswa) aus dem Jahre 2013 habe ich deshalb gelesen, weil ich selbst schon in Cabo de Gata, am "Katzenkap" wie es übesetzt heißt, gewesen bin.

Cabo de Gata ist genaugenommen kein Ort sondern eine als Naturpark ausgewiesene Region in Almeria in Südostspanien (bzw.Andalusien).

der Protagonist bzw. Ich-Erzähler ist des Lebens in Berlin überdrüssig, verkauft daraufhin kurzerhand fast sein ganzes Hab und Gut und reist, nur mit einem Buschmesser, einer Hängematte und einem aufblasbaren Nackenkissen, nach kurzer Überlegung, gen Süden und landet zunächst in Barcelona.

doch auch Barcelona vermag ihn nicht längerfristig zu halten und so geht seine Reise schlißelich nach Cabo de Gata in Andalusien,welches ihm wunderbare, fast schon magische, Vorstellungen illusioniert.

dort angekommen entpuppt sich der Ort selbst jedoch rasch als Einöde, als Ort am "Arsch der Welt" mitten im Nirgendwo.

er kommt in einer kleinen Taverne mit Übernachtungsgelegenheit unter und stellt schnell fest, dass hier nicht viel los ist, die spärlichen Erlebnisse werden daher schon als echte Highlights wahrgenommen und zum Teil als symbolhafte Zeichen (miss-)gedeutet...

für den Leser entsteht schnell die Frage, was den Erzähler solange an diesen Ort hält, wonach er zu suchen und was er zu finden erhofft..vielleicht ist es die Suche nach sich selbst, die ihn festnagelt ?

Der Roman ist nicht das Beste was ich gelesen habe, dennoch besticht er durch seine Wortwahl und Formulierungen und die Kunst aus nahezu Nichts einen interessanten Inhalt zu erschaffen.

Montag, 28. März 2016

12 magische Mottos - März: Formen & Figuren


  im März lautet das Motto "Formen & Figuren" . hier nun mein Beitrag zu dem Thema, in Anbetracht des Osterfestes im März entsprechend österlich angehaucht:


















Sonntag, 13. März 2016

ausgelesen: Ildefonso Falcones - Die Kathedrale des Meeres

"Die Kathedrale des Meeres", ein historischer Roman aus dem Jahr 2012, von Ildefonso Falcones spielt in Spanien zur Zeit des Mittelalters (1320-1379).

Obschon mir historische Romane im Allgemeinen nicht so zusagen, hat mir dieser hier sehr gut gefallen, denn er besticht durch eine sehr lebendige, detailgenau geschilderte, Handlung, die imemr wieder neue Wendungen erfährt.

Die Handlung beginnt mit  der Hochzeit Bernal Estanyols, einem Bauern, der sich nach dem Tod seines Vaters mit all den Pflichten und Problemen der Erbpacht des Landes, welches die Familie seit Generationen bewirtschaftet, konfrontiert sieht.
und so verläuft auch der Tag seiner Hochzeit alles andere als glücklich, denn es herrscht im Mittelalter das sogenannte Ius primae noctis, das Recht der ersten Nacht, welches besagt, dass der Grundherr die Hochzeitsnacht mit der Braut eines Leibeigenen verbringen darf, wenn es diesem beliebt, somit wird schon der Grundstein für ein Leben unter einem unglücklichen Stern für den Nachkommen Bernal Estanyols, Arnau Estanyol, in die Wiege gelegt...

um die Freiheit zu erlangen, flüchten später Bernal und sein Sohn Arnau nach Barcelona, denn wer es schafft dort ein Jahr und einen Tag zu leben ohne von seinem Grundherren entdeckt zu werden, ist ein freier Mann !

in Barcelona sehen sich beide neuen Herausforderungen, Sorgen und Nöten gegenübergestellt, eine Hungersnot in Spanien entscheidet schließlich über das weitere Dasein der Estanyols.

Arnau schafft es schließlich, erst durch seine Tätigkeit als Bastaix, einem Lastenträger, die auch die entscheidende Rolle beim Bau der Kathedrale des Meeres "Santa Maria del Mar" spielen, später durch seine Tätigkeit als Geldwechsler, aber vor allem durch sein menschliches und mitfühlendes Verhalten, zu einem angesehenen Bürger der Stadt aufzusteigen, der sogar der Pestepidemie zum Trotz, Großes und Erstaunliches vermag...

erschienen ist der Roman im Fischer Verlag und hat 1096 Seiten


ausgelesen: Alexander Kühne - Düsterbusch City Lights

in meiner Rolle als Rezensentin für die Verlagsgruppe Weltbild habe ich vor kurzer Zeit den Roman "Düsterbusch City Lights" von Alexander Kühne gelesen.

gefallen hat es mir eigentlich ganz gut, vor allem wegen der skurril-bizarren Charaktere und es war auch nicht schwierig zu lesen:

Düsterbusch: ein kleines Dorf in der DDR, ein Kaff.
Anton macht seinem Nachnamen alle Ehre, denn vor allem Kummer ist es, den er seinen, für das System vorbildlichen, Eltern bereitet.

Gefangen in einem Kaff, mit idyllischem Blick auf einen Mähdrescherfriedhof, in dem nichts los ist, nachdem auch noch die "Zentrale", einziger Treffpunkt für junge Musikliehaber und jugendliche Rebellen und Blueser, geschlossen wird.

Pech für Anton, dessen Lebensziel darin besteht, etwas anderes zu schaffen und das blühende Großstadtleben Berlins, einer pochenden Metropole, nach Düsterbusch zu holen, Konflikte und Ärger vorprogrammiert..

"David Bowie spielt hier nicht, Anton" , "doch..irgendwann schon !"
all seinen pubertären Ehrgeiz setzt der Protagonist da hinein, etwas Großes zu schaffen und bleibt letztlich für alle um ihn herum und sich selbst ein engagierter Versager, der mit dem System der DDR nicht klarkommt, sich in Tagträume verliert und dabei alles ruiniert...

ein Roman mit autobiographischen Zügen, der durch skurill-bizarre Charaktere und Begegnungen besticht, aber einiges an Charme durch seine unverblümten Kraftausdrücke und vulgären Sexszenen einbüßt.

erschienen ist der Roman dieses Jahr im Heyne Verlag und verfügt über 384 Seiten.