Mittwoch, 2. April 2014

[Rezension] Elif Shafak - Ehre

gelesen für Blogg dein Buch .





Autor:  Elif Shafak
Titel: Ehre (übersetzt von Michaela Grabinger)
Originaltitel: Honour
Verlag: Kein & Aber, Zürich
Seitenzahl: 525 + Danksagung + Glossar

ISBN: 978-3-0369-5676-3
Preis: 24,90€
Auch als eBook erhältlich

hier bestellbar

über die Autorin: Elif Shafak, geboren in Straßburg, zählt zu den meistgelesenen Schrifstellerinnen der Türkei, sie hat schon 12 Bücher (z.T. preisgekrönt) verfasst und schreibt auf Türkisch  und Englisch. Ihre Werke sind in der Türkei teilweise heftig umstritten, aber bereits in über 30 verschiedenen Ländern erschienen. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in London und Istanbul. Hier geht es zu ihrer Homepage.

über den Verlag: der Kein & Aber Verlag , mit Sitz in Zürich und einer "Zweigstelle" in Berlin, besteht seit 1997 und ist einer der wenigen unabhängigen Verlage seiner Größenordnung. Der "Verlag des Jahres 2010" fördert sowhl neue literarische Talente, als auch renommierte Autoren. Sachbücher werden ebenso wie Belletristik verlegt.

Ein prachtvoller Diamant von einem Roman ! (The Times)
     Wunderschön geschrieben und unheimlich packend ! (The New Yorker)
Ich habe das Buch beinahe atemlos gelesen. (Christine Westermann, WDR)


Die Zwillingsschwestern Pembe und Jamila sind ein Herz und eine Seele. Doch während Jamila ihre Zukunft in einem kleinen kurdischen Dorf sieht, strebt Pembe nach mehr und zieht mit ihrem Mann und ihren drei Kindern nach London.
Sie ahnt noch nicht, dass über ihrer Familie ein unfassbares Unheil schwebt.
Ein bewegendes Familienepos über Hoffnung und Verlust, Vertrauen und  Verrat, Liebe und Ehre. (Quelle: Klappentext)
Als sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern von Istanbul nach London zieht, erhofft sich Pembe ein erfüllteres Leben. Doch in der fremden Welt zerreißt es die Familie, die weder den Ansprüchen ihrer alten noch der neuen Kultur gerecht zu werden scheint. Pembes Tage sind düster - bis sie den weltoffenen Elias kennenlernt. Sie teilen die Liebe zum Kochen, und Elias zeigt Pembe neue Horizonte auf, geprägt von Zärtlichkeit, Rücksichtnahme und Verständnis.
In der Heimat zurückgelassen hat Pembe ihre Zwillingsschwester Jamila, die dort im Einklang mit der Natur ein einsames Dasein fristet. Jamila spürt, dass sich mit der Bekanntschaft Pembes ein schreckliches Unheil anbahnt, und sie entschließt sich zu einer folgenschweren Reise nach London. (Quelle: Innenseite des Buchumschlags)
Die Geschichte beginnt mit der Gegenwart im Jahre 1992 in London.
Esma, die Tochter Pembes, die inzwischen selbst verheiratet ist und zwei Töchter hat, erzählt über ihre Mutter. Ihre Mutter, die zweimal starb.
Esma steht es bevor, nach Shrewsbury zu fahren, um ihren Bruder Iskender "Alex" Toprak abzuholen, es ist der Tag seiner Entlassung aus der Haft.
Ihre Erzählung schließt mit den Worten " Er ist mein Bruder." "Er, der Mörder."
Soweit der Prolog.

Im Anschluss daran erfolgt eine Rückblende, eine von vielen, in das Jahr 1945, das Jahr der Geburt der Zwillinge Bext und Bese auf Kurdisch, Kader und Yeter auf Türkisch, Schicksal und Genug in anderen Sprachen. Doch um den Zorn des Schöpfers nicht auf die Familie zu leneken erhalten sie die Namen Pembe und Jamila - Rosarot und Schön.
und bereits hier lässt sich erkennen, welch große Rolle die Religion und der starre Glauben für dieses Familienepos spielen, haben die Zwillinge doch noch sechs weitere sechs Schwestern und keinen einzigen Bruder, kein Sohn wurde der Familie geschenkt, und  als Naze sich selbst bei der Geburt eines weiteren Kindes opfert und lieber selbst stirbt, als zu riskieren  dass ein möglicherweise männlicher Nackomme ums Leben kommt, wird klar erkennbar, wie bedeutend es ist,  das ein männlicher Nachkomme geboren wird, ein Nackomme,  der den Familiennamen weiterreichen kann, und wie wichtig es ist, nach den Regeln und religiösen Konformitäten zu leben, ein Motiv, welches sich, neben dem Motiv der Schuld,  wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte zieht und alle weiteren Handlungen beeinflusst und bedingt...

meiner Ansicht nach ist Ehre ein gelungener wenn auch sehr komplexer Roman, es dauert eine Weile, bis man sich im Handlungssstrang mit Rückblenden und Vorblenden bzw chronologischen Einschüben zurechtfindet und den Überblick über die Protagonisten erhält und vor allem auch behält.
durch die wechselnden Zeitpunkte und Schauplätze ist die Handlung sehr komplex und lebendig - wie das Leben selbst, niemals geradlinig.
die Sprache ist sehr bildhaft, fast schon poetisch zu nennen.  ich finde es auch sehr gelungen, dass einige originalsprachliche Begriffe enthalten sind, die im Glossar nachgeschaut werden können, was dem Roman ein gewisses Maß an Authentizität verleiht.
die Covergestaltung wirkt schlicht, zugleich aber auch edel.

insgesamt hat mir der Roman Ehre hervorragend gefallen, denn ich mag komplexe Geschichten, sozusagen "schwere" Kost !

ich vergebe ***** (5 von 5 Sternen)

mein Dank gilt Blogg dein Buch und dem Kein & Aber Verlag !



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