Dienstag, 13. August 2013

ausgelesen: Hermann Hesse - Der Steppenwolf

schon vor..."Unzeiten" möchte ich fast sagen, also vor längerer Zeit jedenfalls, habe ich das Buch "Der Steppenwolf" von Hermann Hesse gelesen.

ich habe diesen Post lange vor mir hergeschoben, weil "Der Steppenwolf" eines der krassesten Bücher ist, das ich je gelesen habe. gar nicht so sehr wegen des Plots selbst, nein nein, sondern weil mir beim Lesen die Beschreibung des Protagonisten, der ein totaler Antiheld ist, so fürchterlich bekannt vorkam..
mir lief zeitweise eine Gänsehaut den Rücken hinab, weil der Protagonist mit seinen Macken , seiner Zwiegespaltenheit und seinem Verhalten und seiner Denkweise mir selbst so extrem ähnlich ist, dass ich zeitweise dachte, Hesse habe mich studiert, um diesen Charakter erschaffen zu könen, was natürlich gar nicht sein kann.


diese innerliche Zerissenheit des Protagonisten kenne ich nur allzu gut, einziger gravierender Unterschied: auf mich wartet daheim kein Rasiermesser auf mich, ich liebe mein Leben trotz allem viel zu sehr um jemals auch nur auf den Gedanken zu kommen, mich selbst zu dezimieren.

aber ich kenne das Gefühl einerseits festzuhalten an seinen moralischen (Wert-)Vorstellungen und Idealen , das leichte Leben einer Lebedame und Oberflächlichkeit mancher Menschen mit Abscheu zu betrachten, und sich dennoch zu wünschen ein Teil der Leichtlebigkeit zu sein, nicht zuviel nachzudenken, vielleicht sogar dümmer zu sein, denn ein Denker und ein Introvertierter zu sein, der sogar ein wenig (ein wenig? oder ein wenig viel?) exzentrisch ist, kann einen so verdammt einsam machen !

doch wie der Protagonist, der Steppenwolf, finde ich auch meine "Heilung" im Lachen, darin den Blick für das Schöne zu haben, Dinge zu tun die mich glücklich machen und das Leben einfach nicht so schwer zu nehmen !

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